Regiotreffen

Das Zunfthaus zur Zimmerleuten in neuem Glanz
27. Oktober 2010

Auf Einladung des Inner Wheel Clubs Zürichsee traf sich eine stattliche Gruppe von Damen aus fünf benachbarten Inner Wheel Clubs vor dem Fraumünster, der ältesten Kirche von Zürich, gegründet im Jahre 853.

Die ehemalige Kirchenpflegerin Eva Wagner erläuterte zuerst die fünf grossartigen Kirchenfenster von Marc Chagall, die im warmen Abendlicht prächtig leuchteten, und wies sodann auch auf die anderen Kunstschätze im Fraumünster hin, so das farbenfrohe Paradiesfenster von Augusto Giacometti und das von Hans Waldmann gestiftete Bild der heiligen Dreifaltigkeit. Den Abschluss bildete eine kurze Besichtigung des Kreuzganges mit den Geschichten aus Zürichs Vergangenheit, dargestellt vom Maler Paul Bodmer, wobei vor allem die Legende von Karl dem Grossen und der Schlange gefiel. Nach einem kurzen Blick auf das Denkmal für die letzte Aebtissin Katharina von Zimmern, die das Kloster, die Kirche und die Ländereien des Damenstifts im Jahre 1524 der Stadt Zürich geschenkt hatte, wanderte die Gruppe über die Limmat ins neu eröffnete Zunfthaus zur Zimmerleuten.

Nach einem Apéro übernahm Zunftmeister Dr. Rudolf Bodmer das Szepter. Mit sichtlicher Freude über den gelungenen Wiederaufbau des mittelalterlichen, im November 2007 durch einen Grossbrand massiv zerstörten Hauses, führte er die Gäste um und durch das Zunfthaus. Wiederholt erläuterte er die moderne Technik, vor allem die Sprinkleranlagen, die ein so tragisches Brandereignis in Zukunft verhindern sollten. Das nur wenig beschädigte Restaurant im 1. Stock bekam nach der Entfernung mehrerer Farbanstrichen wieder die alte Holztäferung. Der historische Zunftsaal im 2. Stock wurde nach alten Vorlagen fast vollständig wiederhergestellt und hat nun eine neue Beleuchtung, die den ganzen Raum mit warmem Licht erhellt.

Eine grosse Entdeckung im kleinen Zunftsaal waren mittelalterliche Wandmalereien, vermutlich aus dem 14. Jahrhundert. Das Wandbild ist hinter der Täferung versteckt, kann aber dank moderner Technik – die Täferung lässt sich wegschieben – besichtigt werden. Es zeigt die geflügelte und gekrönte Frau Minne, die auf zwei kauernden Männern sitzt.  In der rechten Hand präsentiert sie ein Herz, mit der linken Hand sticht sie einem Jüngling ins Herz. Neben ihr steht ein Liebespaar,  auf der anderen  Seite ist heute nur noch die Frau zu sehen. Frau Minne spielte in der Literatur des Mittelalters eine bedeutende Rolle, weshalb es nicht erstaunt, dass sie auch bildlich dargestellt wurde.

Nach der Besichtigung genoss die Gruppe in Begleitung des Zunftmeisters das Abendessen im Zunftsaal. Mit einer PowerPointPräsentation erinnerte Dr. Bodmer noch einmal an das tragische Brandereignis, die Zerstörungen und die verschiedenen Phasen des Wiederaufbaus.

Herzlichen Dank allen, die zu diesem interessanten und in jeder Hinsicht gelungenen Treffen beigetragen haben, vor allem aber den Organisatorinnen des IWC Zürichsee und dessen Präsidentin Adu Weber.

Die älteste Kirche in Zürich
Karl der Grosse und die Schlange
Denkmal für die letzte Aebtissin Katharina von Zimmern
Zunftmeister Dr. Rudolf Bodmer bei den IW Clubs
Vergnügte Tischrunde im Zunftsaal
Vergnügte Tischrunde im Zunftsaal
Vergnügte Tischrunde im Zunftsaal
Vergnügte Tischrunde im Zunftsaal